Massenmedien begehen vielerorts den Fehler Social Media als Echtzeitkommunikation zu interpretieren. Dabei gibt es viele Gründe die Social Kommunikation mit den Rezipienten zeitlich von der Ausstrahlung einer Sendung zu entkoppeln: Weniger Stress, mehr Qualität, besseres Ergebnis.
Fragt man Passanten auf der Straße, was diese unter Social Media verstehen, erhält man als erste Antwort: Facebook. Vielleicht noch ein bisschen YouTube (eher nicht) und geht man durch die Straßen Prenzlauer Bergs bekommt man vielleicht noch Twitter genannt. Ein ähnliches Verständnis haben klassische Medien von dem Wandel in die digitale soziale Welt. Geht es um Ideen und Visionen für neue Formate, werden Überlegungen angestellt, wie Twitter und Facebook ins Programm eingebunden werden können. Nur bedeutet diese Entscheidung neben vielen weiteren Herausforderungen eines: Unnötiger Redaktionsstress. Facebook und Twitter sind Paradebeispiele für Echtzeitkommunikation. Alles was interessant ist, passiert hier und jetzt, allenfalls wenige Stunden zuvor. Inhaltliche Tiefe lässt sich hierbei nicht produzieren.

Mit diesem Problem hat auch die jüngst gestartete Rundshow des BR zu kämpfen. Auch dort werden Userinteraktionen in Echtzeit in die Sendung gespielt, worunter nur die Qualität leidet. Es wird offenbar eine naheliegende Alternative völlig außer Acht gelassen, nennen wir sie das Wikipedia-Prinzip. In der Wikipedia werden über Tage, Monate, Jahre Artikel zusammengetragen, ergänzt und verbessert und am (nie vorhandenen) Ende steht eine hochwertige und quasi vollständige Enzyklopädie. Ohne jeden redaktionellen Druck, ohne jeden Stress.
Nun, warum lassen sich die Redaktionen der Massenmedien nicht ebenso viel Zeit? Weil die Erwartung von den sozialen Medien zu einseitig ist. Social Feeling entsteht nur dadurch, wenn möglichst viele Personen zur selben Zeit möglichst vielfältig ihr Feedback geben? Klar, Vielfalt ist ein Key Feature und passt auch wunderbar zum Wikipediavergleich. Aber es gibt mehr als spontanes, affektiertes Feedback auf die Sendung von eben. Warum nicht einen Teil der Redaktionsarbeit in die Crowd verlagern und dort qualitative Inhalte produzieren lassen.
Das Gefühl von Gemeinsamkeit entsteht ebenfalls, wenn man einen Gang runter schaltet und sich bei der Produktion von User Generated Content Zeit lässt. Konkret heißt das: Die Userinteraktion bereits vor der Veröffentlichung und nicht zwangsläufig während einer Sendung stattfinden lassen. Das fertige Medienprodukt wird so eine Aggregation vielfältigen Usercontents mit dem qualitativen Anspruch der Redaktion.
Für die Entzerrung von Contentproduktion durch die User und dem Sendetermin sprechen noch weitere Aspekte:
- Qualität der Inhalte: Mehr Zeit für Inhalte bedeutet in der Regel auch eine höhere Qualität. Den Beweis hierfür lieferte unsere CrowdRadio-Show vox:publica. Die User hatten drei Tage Zeit zur Erstellung der Interviews. Dabei entstand kein Interview, welches nicht sendefähig gewesen wäre.
- Die Erwartung an Social Radio oder Social TV müsse einen amateurhaften Anstrich haben um authentisch zu wirken ist ein Irrglaube. Sendungsformate sind professionalisiert, sie entsprechen Seh- und Hörgewohnheiten. Dieser Maßstab muss auch auf Nutzerinhalte angewendet werden, um sie erfolgreich zu integrieren.
- Mehr Reichweite: Wenn eine Sendung nicht nur den Zeitraum der Ausstrahlung andauert, sondern noch die Zeit der Vorbereitung, wird die Sendung insgesamt länger. Mehr Zeit zum weiterempfehlen und weitererzählen.
- Die Sorge, dass die direkte Einbindung von Rezipienten in eine Sendung auch Trolle anlockt ist berechtigt. Dieses Problem beseitigt man vollständig durch die Trennung von Produktion und Ausstrahlung.
- Livesendungen, insbesondere im Fernsehen, sind in der Regel minutiös geplant. Das wird schwieriger durch die Einbindung von Social Media, was vielen Redaktionen Schweißperlen auf die Stirn treibt. Stehen einer Redaktion die Rezipienteninahlte bereits vor der Sendung zur Verfügung, verflüchtigen sich die Schweißperlen von ganz allein.
Glyn Moody, Sascha Lobo, Markus Beckedahl, Jörg Heidrich, um nur ein paar Namen der Persönlichkeiten zu nennen, die sich begeistert vor das Mikrofon unserer CrowdRadio-Nutzer begaben. In Berlin fand vor wenigen Tagen Europas größte Bloggerkonferenz re:publica statt, anlässlich dessen frischr gemeinsam mit detektor.fm die erste interaktive CrowdRadio-Sendung produzierte. Drei Tage lang sammelten dutzende User Konferenzhighlights und -eindrücke und lieferten somit hochwertigen Inhalt zur Verwendung in der dreistündige Sondersendung vox:publica, die im Anschluss an die Konferenz ausgestrahlt wurde.

Detektor.fm CrowdRadio App
Es ist ein ambitioniertes Vorhaben eine dreistündige Radiosendung zu produzieren und einer Konferenz zu widmen. Insbesondere für einen kleinen Radiosender, wie detektor.fm. Doch die re:publica bot den geeigneten Ort, um die Redaktion auf die Hörer oder vielmehr auf die User zu erweitern. Die re:publica als Sammelpunkt der Netzmenschen bot das richtige Fundament, um das Projekt CrowdRadio einem Praxistest auszusetzen.
Große Mühen waren nicht notwendig, um die Besucher der re:publica dafür zu begeistern auch bekannte Persönlichkeiten der Netzwelt für ein Interview zu gewinnen. Bereits am ersten Tag konnten wir 29 Userbeiträge verzeichnen, womit unsere Erwartungen locker übertroffen wurden. Es entstanden Interviews, Audiokommentare, Fotos, Texte über Personen und Sessions der Konferenz. Besonders überraschte uns die überwiegend professionelle Qualität der Beiträge.
Vor Beginn der Konferenz wurden präzise Aufgabenstellungen durch den Radiosender formuliert, welche die User der CrowdRadio-App entnehmen konnten. Hierdurch erhielten die User ein praxistaugliches System, um qualitativ hochwertige Inhalte zu produzieren.
CrowdRadio App im Praxistest
Die Nervosität war uns anzumerken, als die Konferenz begann. So war die CrowdRadio-App mehr oder weniger am Reißbrett entstanden und sollte nun dem ersten breiten Praxistest unterzogen werden.
Verständnisprobleme seitens der User gab es wenige. Die App ließ sich intuitiv bedienen, lediglich die Idee der Sendung musste erklärt werden. Hier zeigte sich, dass Radiohörer bislang nicht darauf vorbereitet sind, dem Sender qualitatives Feedback zu geben. Die Bidirektionalität muss noch erlernt werden.
Auch für die Redakteure von detektor.fm erwies sich die CrowdRadio App als hilfreich. Sie agierten quasi als User und konnten ebenfalls interessante Personen spontan in sendetauglicher Qualität interviewen. Dass die App zusätzlich eine Foto- und Textkommentarfunktion bietet erwies sich als nützlich, um zusätzlich zum Interview ein Foto des Gesprächspartners zu schießen und ein paar Notizen hierzu anzufertigen.
Drei Tage Konferenz eingefangen in drei Stunden
Das Ergebnis drei Tage re:publica und CrowdRadio findet sich in der Sondersendung vox:publica wieder. Die Inhalte wurden allesamt mit der CrowdRadio App aufgenommen und zu einem sehr großen Teil durch die Besucher der Konferenz erstellt.
73 Userbeiträge wurden insgesamt eingereicht, darunter 42 Audiobeiträge – nahezu 100% in Sendequalität.
Das Experiment CrowdRadio funktioniert und Radiomacher erhalten mit CrowdRadio eine hochwertige und funktionierende Lösung, um Hörer am Programm direkt zu beteiligen. Damit ist der erste Schritt zu echtem Social Radio gemacht. Freuen wir uns auf weitere tolle Sendungen vom Typ vox:publica.
15 Interviews, 12 Fotos und 2 Texte. Das ist die Menge an Beiträgen, die uns die Hörer am ersten Tags auf der re:publica 2012 zuspielten. Auf den ersten Blick eine überschaubare Menge. Bei näherer Betrachtung fällt allerdings auf, dass jeder Beitrag fast ungeschnitten gesendet oder online gestellt werden könnte. Die republica-Besucher, die unserem Aufruf gefolgt sind, scheinen einen hohen Anspruch an die Qualität ihrer Beiträge zu stellen. Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch, dass ein spielerischer Umgang mit der App und der Aufgabe bisher nicht stattfindet.
Wir bekommen wirklich sehr viel positives Feedback zu der CrowdRadio App sowie zu der Idee einer interaktiven Radiosendung. Dennoch ist dieses neue Format unbekannt und die Teilnehmer darüber unsicher, ob und wie sie sich an einer Radiosendung mit journalistischem Anspruch beteiligen sollten.
Unsere heutige Aufgabe wird sein, das Experiment bekannter zu machen sowie den medienaffinen Teilnehmern die Angst zu nehmen, sich an einer Radiosendung redaktionell zu beteiligen.


Alles sind beisammen, Redaktionsplan ist geschrieben, iPhones aktiviert, Akkus geladen, Flyer gedruckt, T-Shirts anprobiert, Frühstück verspiesen, es geht los.
Ab sofort sind alle republica Teilnehmer, die im Besitz eines iPhones sind, dazu aufgefordert Hörerredaktion zu spielen. Dazu sollen Fotos geschossen, Interviews geführt und Kommentare geschrieben werden, die über unsere CrowdRadio iPhone App an detektor.fm geschickt werden sollen. Am Freitag um 18 werden die gesammelten Beiträge in der Sendung vox:publica eingebunden. In die erste User Generated Radioshow der Welt.
Das Motto der diesjährigen republica ist Action. Deshalb wird das frischr und detektor.fm-Team ebenfalls unterwegs sein, Endrücke sammeln und vor allem auf unsere Aktion aufmerksam machen.
re:publica beginnt in wenigen Tagen, unser Equipment vervollständigt sich. Die erste User Generated Radiosendung steht in den Startlöchern.
In wenigen Tagen ist es soweit. Mit Beginn der re:publica 2012 startet auch unsere Mission: Die erste User Generated Radiosendung weltweit. Während der Bloggerkonferenz re:publica in Berlin werden wir gemeinsam mit dem Leipziger Onlineradiosender detektor.fm und Besuchern ein Konferenzradio erstellen. Am Freitag – dem letzten Konferenztag – wird es abends eine Sendung von 18 bis 21 Uhr geben, in der ausführlich über Themen der re:publica berichtet wird. Untergliedert in die Themen Gesellschaft, Kultur, Finanzen, Urheberrecht, Journalismus und Arbeit werden von den Hörern erstellte Beiträge in die Sendung eingearbeitet. Hierfür schlüpfen die Hörer für drei Tage in die Reporterrolle und tragen über die neue CrowdRadio iPhone-App Medieninhalte zusammen bzw. erstellen diese selbständig.

Seit gestern ist unser Equipment für die Sendung vollständig: 5 nagelneue iPhone 4S sowie 1000 Flyer mit einem Aufruf an alle Teilnehmer selbst zum Programm beizusteuern. Jeder kann mitmachen! Wie das funktioniert und wie die Aufgaben konkret lauten, werden wir in den kommenden Tagen an dieser Stelle weiter ausführen.
vox:publica – erste interaktive Radiosendung zur re:publica 2012
(Sendung am 4.5.2012)
Radio wird während der Konferenz re:publica 2012 erstmals interaktiv. Der deutschlandweite Onlineradiosender detektor.fm und die Medien-Agentur frischr machen das Radio social. Denn Radiohörer erhalten erstmals in Deutschland die Möglichkeit, sich mittels ihrer Smartphones direkt und interaktiv am Radioprogramm zu beteiligen. frischr hat dafür eine App für iPhones entwickelt, die es jedem auf einfachste Art und Weise ermöglicht, Bilder, Texte oder Audioaufnahmen zu senden.

Besucher der re:publica 2012 sowie der Subkonferenz co:funding 12 können damit ihre Eindrücke und Reaktionen direkt an die Redaktion von detektor.fm weiterleiten. Redakteure des Sender sichten das Material der Hörer und bereiten dieses für die Sendung vox:publica (Ausstrahlung am 4.5.2012, 18-21 Uhr) auf. Fotos werden für Webseite und soziale Netzwerke genutzt, Audioaufnahmen und Texte direkt in die Sendung eingebunden. Alle Inhalte sind anschließend dauerhaft auf der Seite http://detektor.fm als Download und Podcast verfügbar.
Partner
frischr – agentur für medien und ideen. Seit 2004 entwickelt frischr Konzepte im Bereich der Online-Kommunikation. Mit der App „CrowdRadio“ präsentiert die Agentur erstmals eine einfache und verständliche Möglichkeit, Radiohörer am Programm zu beteiligen.
detektor.fm – deutschlandweites und anspruchsvolles Onlineradio. Das Konzept und die Macher sind bereits mehrfach ausgezeichnet worden (u.a. Nominierung Grimme Online Award 2011, Kultur- und Kreativpiloten des Bundeswirtschaftsministeriums).
Unterstützer
Die Entwicklung der BETA-Version der App ist unterstützt worden von der Sächsischen Aufbaubank und der Europäischen Union.
detektor.fm ist Medienpartner der Subkonferenz co:funding – die Crowdfunding-Konferenz am 4.5.2012 auf der re:publica 2012.

Wir suchen DICH
Wir suchen ab sofort unseren dritten Mann oder die erste Frau für die Entwicklung von Web- und mobile Applikationen! Die gestiegenen Anfragen an mobile Lösungen sowie unser großes eigenes Radio-App Projekt verlangt eine Vergrößerung des Teams.
Wenn Du Dich mit Web- und mobile Development auskennst, außerdem Spaß hast an außergewöhnlichen Projekten, ziel- und lösungsorientiert bist und Dich gerne in ein junges und dynamisches Team integrieren möchtest, dann würden wir uns RIESIG freuen, wenn Du uns kontaktierst.
Weitere Informationen sowie den Kontakt an uns, findest Du in unserer Jobbeschreibung.
Die Radiodays Europe 2012 sind Geschichte. Im sonnigen Barcelona trafen sich über 700 internationale Radiomacher, um zwei Tage die aktuellen Entwicklungen und Perspektiven des Radios zu diskutieren. Die Digitalisierung macht wie bei allen klassischen Medien auch vor dem Radio keinen Halt und daher bemühte man sich um neue Lösungen. Doch nicht überall wurden die zwingenden Veränderungen mit der notwendigen Konsequenz gefordert.
Hallo Social Media
Dass dabei noch ein langer Weg bevor steht zeigte bereits die erste von uns besuchte Session eines insgesamt sehr guten Konferenzprogramms. BBC UK in Persona von Clair Wardle und Brett Spencer sprachen über „Social Media: What must Radio Station do to survice?“
Die BBC sucht aktiv nach Inhalten und Geschichten die sie auf bisherigen Wegen nicht auffinden können, um diese im Programm zu verwenden. Auch wenn – oft betont – die Kommunikation mit dem Hörer im Vordergrund steht, so beschränkten sich die gezeigten Szenarien auf eine verlängerte Fundgrube für On-Air Content mit Livecharakter. Der dabei entstehende Stress für Redaktionen wurde nicht näher beleuchtet. Die BBC UK ist ein großes Medienhaus und die Antwort nach der Übertragbarkeit auf kleinere Radiosender bleibt aus. Insgesamt ein guter Einstieg in die Thematik Social Media, aber wenig reflektiert. Ob dies fehlender Langzeiterfahrung oder mangels Alternativen geschuldet ist bleibt unklar.
Social Media wurde in einer weiteren Session von Michael Praetorius aufgegriffen und stärker zugespitzt. „Radio must think online and social media first“ lieferte einen soliden Überblick mit guten Lösungsansätzen für strategische Nutzung des Social Webs in seiner Gesamtheit auf technischer, inhaltlicher und kommunikativer Ebene.
DAB+ ist die Antwort aller Probleme?
Zukünftige Infrastrukturen sind noch immer ein heißes Thema. Schlagwort ist hierbei der digitale Radiostandard DAB+. Eine Session mit dem Titel „Going for a digital future“ lieferte Zahlen & Fakten zur DAB+ Verbreitung in Europa: Deutschland hängt im Europavergleich stark hinterher. Die Briten haben die Vorteile des digitalen Rundfunks schon für sich entdeckt. Spannend ist die Entwicklung unserer skandinavischen Nachbarn. Norwegen hat sich vorgenommen bis 2017 nur noch digital über DAB+ zu senden – UKW adé! Generell haben wir die skandinavischen Vertreter als sehr innovativ und modern kennengelernt.
Matthias Pfaff von Regiocast präsentierte dessen erfolgreichen digtal-only-Spartensender 90elf. Ein Fußballradio mit ausschließlich sportlichen Inhalten, dessen Programm sich teilindividualisieren lässt. Auch wenn der Sender noch nicht kostendeckend arbeitet, so zeigt sich ein klarer Zuhörerwachstum in den letzten drei Jahren. Daumen hoch für Regiocast, die hier langen Atem beweisen. Von Projekten und Programminitiativen wie diesen wünschen wir uns zukünftig viel mehr.
Das mobile Web kämpft noch mit vielen Missverständnissen
Wenn es um Zukunftstechnologien geht, dann führt kein Weg am mobilen Web vorbei. Die Bedeutung von Smartphones für Massenmedien wächst stark! Dies sollte in der Session „Radio Strategies for smartphones“ aufgegriffen werden. Bernhard Bahners von radio.de sprach zum Vorgehen bei der Entwicklung einer Radio App, blieb hierbei jedoch leider sehr oberflächlich. Joel Ronez von Radio France zeigte hingegen sehr anschaulich wie das öffentlich-rechtliche Radio in Frankreich eine vorbildliche Gesamtstrategie für das mobile Web umsetzt und Gunnar Garfors aus Dänemark zeigte innovative Werbe- und Erlöskonzepte.
Die Session erfüllte insgesamt unsere Erwartungen nicht. Gerade von einem etablierten digitalen Akteur wie radio.de hätten wir mehr Lösungen als allgemeinformulierte Empfehlungen erwartet, die auch wenig direkten Bezug zum Medium Radio aufwiesen.
Personalisiertes Radio ist keine Allheilmittel
Neben DAB+ wurde sehr häufig das personalisierte Radio als der sichere Weg in eine segenreiche digitale Zukunft gelegt. Der just auch in Deutschland gestartete Musikstreamingservice Spotify war ein häufig genannter Akteur. Das reden wir nicht schlecht, sehen es aber nicht als Lösungsmittel für bisher verpasste Chancen. Im Gegenteil, es zeigen sich sehr gute Anwendungsmöglichkeiten. Cilla Benkö von Sveriges Radio berichtete in der Radio Labs Session, in der auch wir einen kurzen Slot hatten, wie man Spotify um eigene journalistische Beiträge füttert und damit auf der Plattform Spotify als Radiosender Präsenz zeigt – ein überaus interessantes Modell!
Aufgepasst werden muss, dass man sich nicht selbst hinter Distributionsdiensten versteckt und in die Bedeutungslosigkeit abdriftet. Sehr oft vernachlässigt werden dabei nämlich Nutzungsgewohnheiten der Hörer: Nur weil das Internet unzählbar viele Möglichkeiten an Programmselektion bietet heißt dies nicht, dass der Nutzer sie alle wahrnehmen möchte. Die Erfahrung lehrt uns das Gegenteil, daran haben sich andere Medien bereits die Finger verbrannt. Die Nutzer, die zu “faul” sind oder jede, die technisch schlicht nicht in der Lage sind, sich Radio zu personalisieren werden bei dem viel propagierten Wandel außen vor gelassen.
Bequem sind nicht die Hörer, sondern die Sender
Das Radio in Europa und speziell in Deutschland versucht krampfhaft lieb gewonnene Strukturen beizubehalten. Die UKW Hoheit sicherte ihnen bisher ein Monopol in der monodirektionalen Höreransprache. Nutzungsgewohnheiten der Hörer/Nutzer verändern sich. Radiosender sind gut beraten die Wirkmechanismen der neuen Medienstrukturen besser zu verstehen und ihre Hörer neu kennen zu lernen. Die Radiosender sollten die Zeit nutzen, neue Wege und Strategien sinnvoll zu planen. Dabei sollten sie dringend Acht geben, sich nicht zu sehr an dem Einbahnstraßenmodell individualisiertes Radio zu klammern. Ob das funktioniert und wie dies aussieht sehen kann, werden wir im nächsten Jahr sehen, bei den Radiodays Europe 2013 in Berlin. Mit uns.
Die iPhone App foursQR steht ab sofort und nur für kurze Zeit kostenlos im iPhone Appstore zum Download zur Verfügung.
Ende letzten Jahres haben wir zusammen mit Ben Horsfield einen QR-Scanner für foursquare foursQR entwickelt. Dabei ging es uns in erster Linie darum, eine Möglichkeit zu entwickeln, einen Checkin so schnell wie möglich durchzuführen. Die Möglichkeit über die offizielle foursquare-App dauert mitunter mehrere Minuten und ist manchmal nervig, wenn man mit Freunden unterwegs ist. Die App ist nun kostenlos im Appstore verfügbar, um die durch die User gesteuerte Verfügbarkeit an foursquare QR-Codes zu verbessern.
Auf unserer foursQR Microsite kann man einfach und kostenlos QR-Codes generieren, abspeichern und ausgedrucken.
Der Frühling steht vor der Tür und wir bei frischr fühlen uns wie aus dem Ei gepellt. Es wird Zeit für das nächste Medienfrühstück in Erfurt.
Die viel zu lange Pause seit dem letzten Frühstück beenden wir
am 29. März 2012 um 10:00 Uhr im Café Süden (NEUNEUNEU!) in Erfurt.
Auch diesmal möchten wir uns mit Medienmachern und -interessierten austauschen über Neuigkeiten in der Branche, Trends und neue Technologien. Themenvorschläge können gerne hier im Blog oder per Mail an uns angekündigt werden. Sollte jemand Technik zum Präsentieren benötigen, lasst es uns wissen. Die Teilnahme selbst ist kostenlos.
Das Café Süden ist eine wunderschöne, noch junge Location im Erfurter Stadtteil Löbervorstadt (10 Minuten Fußweg vom Hbf.). Der dezente Berlin-Flair bietet bei Frühstück oder kleinen warmen Speisen uns Medienschaffenden eine passende kreative Atmosphäre.




