Vergangenen Donnerstag hatte ich die Ehre im Anwendungsbereich Innovatives Wissensmanagement in Unternehmen (#ABiWM) an der TU Ilmenau einen Gastvortrag zu halten. In dem Seminar entwickeln Bachelor-Studierende der Angewandten Medienwissenschaft im 3. und 4. Fachsemester sowie Master-Studierende ein Konzept zum Einsatz einer Social Media-Plattform in Unternehmen. Für verschiedene Praxispartner werden Usecases formuliert und diskutiert.

In diesem Rahmen lud mich Seminarleiter Marcel Kirchner neben Jan M. Rechlitz ein, um einen Praxisbericht zu halten. Gefragt waren einige Bemerkung darüber, wie man sich als Medienwissenschaftsstudent eine Basis schafft, um Ideen und Gedankenansätze in die Wirklichkeit umzusetzen und dies anhand der Social Media Schmiede zu erläutern.

Social Media ist ein bislang vergleichsweise wenig erforschtes Feld. Es gibt kaum verlässliche Aussagen und Definitionen, dementsprechend wird das Thema in der Lehre bislang leider kaum berücksichtigt. Das Studium, insbesondere das Selbststudium, sollte sich dennoch mit der Entwicklung der Medien und möglicherweise bevorstehenden Paradigmenwechseln befassen. Ich begrüße es sehr, dass der Erfahrung von Praxispartnern in der Lehre ein Ohr geschenkt wird und solche Seminare entstehen.

Die Möglichkeit der Verbindung beider Ansätze – der theoretischen und praktischen – habe ich versucht den Studierenden am Beispiel der Schmiede zu zeigen. Der Antrieb zur Gründung der Schmiede als Spielfeld kam aus dem Studium. Wenn meine Botschaft angekommen ist, dann wissen die Teilnehmer (und Streamzuschauer) jetzt, dass man in der verschulten Bachelorlehre nicht erst auf dem Tag warten sollte, an dem einem Social Media erklärt wird.

Das Feedback war positiv. Schon während des Seminars entstand eine rege Diskussion auf die in den Raum geworfene Frage “wie werden Medien sozial?”. Angelehnt hatte ich mich hier an Stowe Boyd, der in seiner Keynote beim ConventionCamp 2009 in Hannover dieselbe Frage diskutierte. Eine echte Abgrenzung und Definition fällt noch sehr schwer – auch in wissenschaftlichem Kontext gibt es hier keine konkrete Antwort. Ich versuchte die Annäherung über die Frage “Was ist Social Media nicht?”. Die Diskussion wurde konkreter und es kamen konstruktive Beispiele auf, die den Begriff greifbarer machten. Demnach ist Social Media offenbar kein Tool, keine Kampagne und kein Hype. Die Auseinandersetzung mit dieser Frage werde ich zu einem späteren Zeitpunkt hier noch mal aufgreifen.

Die erfreuliche Resonanz auf den Vortrag spiegelte sich auch abends zum MediaCampus Social Media Stammtisch #2 wider, an der erfreulich viele Personen – neben Jan und mir – teilnahmen.

Feedback gab es auch in den Blogs von:

Ich freue mich auf weitere Diskussionen in ähnlichem Rahmen!

Der Autor: Hannes Mehring
Tags: Kreation, Social Radio, Web 3.0

Hannes ist Gründer von frischr und Initiator der Schmiede. Sein Ziel ist es, der ohnehin schnellen Medienentwicklung immer einen Schritt voraus zu sein. Wenn er nicht im schönen Büro inmitten der Erfurter Altstadt anzutreffen ist, gibt er vermutlich einen Workshop oder trinkt einen Kaffee mit interessanten Leuten der Weltgeschichte.

2 Kommentare zu »Gastvortrag an der TU Ilmenau: Lehre & Praxis«

  1. Marco Bräuer

    vom 13. Jan. 2010

    Aha, ein Evangelist! Social Media als Heilsversprechen? Amen!

  2. [...] Innovatives Wissensmanagement in Organisationen von der TU Ilmenau, in dem ich vor Kurzem einen Gastvortrag hielt, beschäftigt sich zwei Semester lang nur mit solchen Szenarien und kam schon zu [...]

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