Location Based Services bieten großes Potential für Unternehmen

Location Based Services bieten großes Potential für Unternehmen

Immer und überall für andere telefonisch erreichbar zu sein, daran haben wir uns gewöhnt. Aber auch mobil auf das Internet zurückgreifen zu können findet zunehmend Akzeptanz, stellt eine aktuelle Studie fest. Daraus ergeben sich für Unternehmen ganz neue Potentiale. Eines der bekanntes Beispiele für “location based services” ist Foursqaure. Das Potential weiterer auf den Markt strömender Anbieter sollte jedoch nicht unterschätzt werden.

Foto: Johan Larrson (http://bit.ly/bhn54s)

Eine aktuelle Bitkom Studie besagt, dass rund 10 Millionen Mobilfunknutzer (17% aller Nutzer) in Deutschland regelmäßig mobil im Netz unterwegs sind. Die dafür nötige Infrastruktur ist mit dem Ausbau eines breitflächigen UMTS Netzes sowie der Verfügbarkeit nutzerfreundlicher Mobilfunkgeräte vorhanden und erfährt seit Jahren in fast exponentieller Steigerung neue Nutzer.

Damit einher gehen neue Potentiale und Anforderungen für Anwender wie Unternehmen. Neuartige Ortungsdienste Dienste wie Foursquare und GoWalla werden heute, noch ohne klar erkennbares Erlöskonzept, eine große Dominanz in der mobilen Netzwelt zugeschrieben. Zukünftig werden diese mit weiteren Services Anwender und Unternehmen näher zusammenbringen.

Location Based Service "Foursquare"

Das Prinzip der “location based services” (Lokalisierten Diensten) ist denkbar einfach: Mit einem lokalisierungsfähigem Endgerät (meist auf GPS-Basis) können angemeldete Nutzer an jedem beliebigen Punkt der Erde “einchecken”. Das kann der wöchentlichen Einkauf im Supermarkt um die Ecke sein oder der Besuch im Club. Mitunter kann dies große soziale Effekte frei setzen. In Lokalisierungsdiensten vernetzte Personen werden über den Besuch informiert und können sich, im Zweifelsfall, durch diese Meldung für einen Besuch im Club entschließen. Erlaubt es der Benutzer, so wird der Check-In Freunden in Facebook oder Followern in Twitter angezeigt. Bisher vorhandene Grenzen weichen auf und transportieren Informationen über Plattformen sowie Orte hinweg.

Im prominentesten Beispiel Foursquare ergeben sich bereits heute für Unternehmen neue Möglichkeiten in der Intensivierung der Kundenbeziehungen. Wer besonders oft an einem Ort eincheckt wird zum Bürgermeister (Major). Starbucks gewährt jedem Bürgermeister Rabatte auf die eigenen Produkte. Dies belohnt die eigenen Stammkunden, kann auf spielerische Art eine Unternehmensidentität beim Nutzer bilden und die Bereitschaft der Nutzung (des Besuchs) in der sozialen Umgebung des Anwenders stärken.

Mit einem sozial ausgerichteten Bedienkonzept versucht das Empfehlungsportal Qype in der mobilen Welt Fuß zu fassen, in dem Nutzer von anderen Nutzern bereits besuchte und empfohlen Orte angezeigt werden.

Heute startet in der mobilen Version des Social Network Facebook das neue Feature “places“, der hauseigene location based service. Über Facebook haben direkt 500 Millionen Menschen weltweit die Möglichkeit places zu nutzen. Mit technischen Schnittstellen (APIs) können Entwickler anderer Plattformen auf places zugreifen und mit ihren Services die Nutzer von Facebook ansprechen.

Das Potenzial in mobilen Anwendungen ist damit nicht ausgeschöpft. Bereits jetzt lassen sich erste Anwendungssfälle für Konvergenzen zwischen bestehenden Anwendungen identifzieren. Unter dem Titel des Flattr-Bürgermeister begrüßt der Blogger Leander Wattig die Idee der Spendenmöglichkeit über Lokalisierungsdienste für spendenfinanzierte Einrichtungen wie öffentliche Denkmäler oder Museen.

Das Internet verlässt endgültig die Wiege und lernt gehen. Jetzt ist es an Unternehmen für angenehme Dienste und Wege zu Sorgen, damit Sie im Gedächtnis des sozialen Kreises eines Kunden bleiben.

Der Autor:

Andreas Kühn

Tags: Exploration, Marktforschung, Strategie

Für Andreas ist der Strukturwandel in der Öffentlichkeit und die Veränderung der Mediennutzung eine spannende Entwicklung, die ihre Puzzlesteine in ständiger Bewegung hält. Durch langjährige Erfahrung als freier Berater im Bereich des Online Marketing und Market Research erfreut er sich an den immerzu neuen strategischen Möglichkeiten, die ihm das Web bietet.

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